Schlachtfeld Naher Osten

Die Meldungen über Gräueltaten und Massaker an ethnischen und religiösen Minderheiten im Irak durch islamistische Gruppierungen finden kein Ende und nun überrennt die Terrororganisation „Islamischer Staat” (IS) auch Dörfer im Norden Syriens. Die Region wird als „Rojava” bezeichnet und ist mehrheitlich von Kurden bewohnt. Seit März 2011 gündeten sich Stück für Stück Selbstverwaltungen im Gebiet Rojava, die in die drei Kantone Afrîn, Kobanê und Cizîr eingeteilt sind.

Doch der IS ist keine plötzliche Erscheinung, er wurde und wird – unter den Augen der Besatzungsmacht USA – systematisch unterstützt von Saudi Arabien, Katar und vor allem der Türkei. Immer wieder finden Waffenlieferungen durch die verschiedenen Unterstützer an den IS – gerade bei Kobanê – statt und es werden systematisch weitere Islamisten unter den Augen des türkischen Militärs über die Grenze geschleust. Gleichzeitig werden Kurdinnen und Kurden an der Grenze zu Kobanê mit Gasgranaten und scharfer Munition von türkischen „Sicherheitskräften“ beschossen, weil sie der Bevölkerung von Kobanê zu Hilfe eilen wollen.

Die Türkei ist bester Abnehmer deutscher Rüstungsgüter, ebenso der Golfstaat Katar. Wenn diese nun Waffen an den IS liefern, so können auch deutsche Waffen darunter sein. In diesen Fällen trägt auch die Bundesregierung eine Mitschuld an den Verbrechen. Aber auch die USA wollen nicht, dass die Selbstverwaltung in Rojava Schule in der Region macht. Wie schon oft erlebt, lässt die USA gern Islamisten, wie die Taliban, für sich handeln und ihre Interessen durchsetzen.

Die „Weltgemeinschaft“ zögert zu intervenieren – oder schaut sie vielleicht bewusst zu? Wer hat welche Interessen im Nahen Osten und woher kommt der Islamische Staat? Was ist die Rolle Deutschlands und was können wir tun, dies und andere Fragen möchten wir im Rahmen einer Podiumsdiskussion näher betrachten, erläutern und mit euch diskutieren.

Referenten:
Tobias Pflüger (ehemaliger Abgeordneter im Europaparlament für DIE LINKE, Experte für Rüstungspolitik)
Robin Haberkorn (Gruppe ARBEIT ZUKUNFT)
Kurt Baumann (SDAJ)

Veranstalter:
DIDF-Jugend Hamburg
Rote Szene Hamburg
SDAJ Hamburg

Donnerstag | 27.11. | 18 Uhr | WiWi-Bunker (VMP 5) | Hörsaal B1