Bericht vom Block


Dieses Jahr riefen wir, statt wie in den Jahren zuvor die Spitze der revolutionären 1. Mai- Demonstration zu stellen, zu einem eigenen Block auf der Demonstration auf. Ziel war es die Kämpfe in unserer Stadt in den letzten Monaten aufzugreifen und sie in einem gemeinsamen, antikapitalistischen Kontext zusammenzufassen. Dazu gehörten insbesondere die massive Polizeirepression des letzten Jahres sowie die Situation der Flüchtlinge in Hamburg. Da wir auf einen eigenen Lautsprecherwagen verzichten mussten, griffen wir um unsere Inhalte zu vermitteln auf Flugblätter, Parolen und verschiedene optische Mittel, darunter auch Pyrotechnik, zurück.

Leider zeigte sich bereits kurz nach Beginn der Demonstration, dass angemeldete und genehmigte Demorouten in Hamburg mittlerweile das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben sind. Die verkürzte Route ums Heiligengeistfeld entsprach dabei natürlich nicht unseren Vorstellungen und Plänen für den Tag. Für die Zukunft werden wir uns überlegen müssen, wie wir mit dieser Vorgehensweise der Bullen in Hamburg weiter umgehen. Die Brutalität, mit welcher der Hamburger SPD-Senat seine unterdrückerische und rassistische Politik durchsetzt, nimmt in Hamburg offenbar immer schlimmere Ausmaße an. Die verkürzte Demoroute und die massiven Angriffe der Bullen sind wohl auch die Hauptursachen, warum von den etwa 3000 Teilnehmenden, darunter viele junge Menschen, der Demonstration viele nicht die Route mit zum Ende liefen. In unserem Block, beziehungsweise um unseren Block liefen dennoch mehrere Hunderte Menschen bis zum Ende mit. Unser Block stellte dabei den lautesten, organisiertesten und entschlossensten Teil der Demonstration. Nichtsdestotrotz erfolgte am Ende auf der Feldstraße der obligatorische Angriff auf uns durch die Bullen. Auch wenn es dabei nach unseren aktuellem Kenntnisstand zu keiner Festnahme von Menschen aus unserem Block kam, gab es trotz des gemeinsamen und solidarischen Widerstands einige Verletzte. Wir wissen, dass wir dementsprechend für kommende Veranstaltungen mit ähnlichem Charakter einen noch besseren Schutz vor den Angriffen der Bullen organisieren müssen.

Am Ende blieb vielen aus unserem Block nur die Möglichkeit sich auf die angrenzende Baustelle zurück zu ziehen und von dort aus Widerstand zu leisten, was durchaus Früchte getragen hat. Auch im weiteren Verlauf kam es rund um die Feldstraße zu verschiedenen Aktionen gegen die Bullen und SPD-Büros als Reaktion auf den Angriff der Bullen und die Politik der vergangenen Monate.

Wir möchten uns noch einmal bei allen bedanken, die gemeinsam mit uns Schulter an Schulter zum Gelingen des Blockes auf der Demonstration beigetragen haben. Auch als der massive Bullenangriff startete und die restliche Demonstration bereits zerschlagen war, haben viele uns dabei geholfen im Rahmen des Möglichen Gegenwehr zu leisten, Verletzte aus der Gefahrenzone zu bringen und den Bullen zuzusetzen. Dass es dabei zur keiner Festnahme in unsrem Block gekommen ist, werten wir in diesem Zusammenhang als Erfolg.

Wir rufen weiterhin alle Menschen dazu auf aktiv zu werden, aktiv zu bleiben und der Ausbeutung und Unterdrückung durch den Kapitalismus weiterhin einen gemeinsamen Widerstand entgegenzusetzen. Zeigt euch solidarisch mit den Geflohenen, kommt zu unseren Veranstaltungen, diskutiert miteinander, bildet euch, organisiert euch, greift Nazis an, bleibt in Bewegung.

Hamburg sieht Rot!

RSH