Solidarität mit den kämpfenden ArbeiterInnen bei Neupack

- Rote Szene Hamburg ( RSH ) kommunistische Jugendgruppe -

ArbeiterInnen und KlassengenossInnen,
wir, die Rote Szene Hamburg ( RSH ), eine kommunistische Jugendgruppe, möchten uns mit diesem Brief der Solidarität nochmals für Euren Kampf aussprechen.

Nachdem wir von Eurem Arbeitskampf erfahren haben, stellte sich für uns die Frage über die Art und Weise der Solidarität und Intervention. Leider hängen wir genauso in den Zwängen des Kapitalismus wie Ihr, was sich auch in unserer Solidarität und Unterstützung zeigt. Wir sehen unser bisheriges Engagement kritisch und hoffen in den nächsten Wochen mehr leisten zu können. Denn bei einem wöchentlichen Besuch soll es nicht bleiben und auch nicht „nur“ bei der Unterstützung durch Feuerholz!

Wir wollen zusammen Euer Ziel erreichen und vielleicht noch mehr. Doch mit einer gewissen Sorge betrachten wir die Einwirkung auf euren Kampf und die Arbeit der Gewerkschaften.
Wenn Gewerkschaften Euren Chef, also den Kapitalisten und damit unseren Klassenfeind, anflehen den Betrieb zu befrieden, wenn sie Euch aufrufen alle Regeln einzuhalten und nichts „illegales“ zu tun, arbeiten sie dann für und mit Euch?
Wenn wir uns an die Regeln halten, also legal kämpfen, dann binden und halten wir uns an Regeln, die nicht unsere sind, denn diese Regeln werden gemacht und definiert von unseren Chefs, den Kapitalisten, unseren Klassenfeinden!

Unsere Klasse, das sind wir, wir alle, die täglich ausgebeutet werden, die keinen Gewinn an diesem System haben, die keine Fabriken besitzen, die nur ihre Arbeitskraft verkaufen können und denen immer wieder vor Augen geführt wird, dass sie austauschbar sind. Ihr erfahrt dies seit Wochen und Monaten am eigenen Leib, wenn polnische Leiharbeiter, Klassengenossen, gegen euch ausgespielt werden. Sie ebenso ausgenutzt werden.
Und dem gegenüber steht die Klasse der Kapitalisten, der Herrschenden. Die, die eben Gewinn erhalten, die Ausbeuten, die Fabriken besitzen.

In diesem Zusammenhang muss man sich Fragen welche Rolle die Gewerkschaften übernehmen. Stehen sie bedingungslos solidarisch hinter unserem legitimen Kampf für die Freiheit jedes Einzelnen und soziale Gerechtigkeit ohne Unterschiede durch Geld und Macht, also hinter dem Kampf die Herrschaft der Kapitalisten zu brechen? Oder sind sie nur Helfer der Kapitalisten um zu Vermitteln und den „sozialen Frieden“ und die Ruhe aufrecht zu halten?

Hoch die internationale Solidarität!

Ihr habt mit eurer Antwort auf die NPD-Nazis gezeigt wie man mit „falschen Freunden“ und ihrer Unterstützung umgehen muss. Diese Leute bringen sich nicht ein, sie wissen nicht einmal, dass sich die ArbeiterInnen von Neupack aus einem internationalem Kreis zusammensetzen.
Ihr habt begriffen, dass die polnischen Leiharbeiter genauso ausgebeutet werden wie Ihr, auch wenn Ihnen noch nicht bewusst sein sollte, welche Rolle sie füllen, führen wir alle den gleichen Kampf.
Euer Schritt auf die Leiharbeiter zu, ist ein großer Schritt nach vorne! Der Angriff der Polizei auf Euch zeigt nur mehr welche Interessen bestehen, dass Staat, der nichts anderes ist, als der Ausdruck der Kapitalisten und ihrer Herrschaft und Wirtschaft eng zusammen arbeiten und nicht wollen, dass wir uns verbünden und kämpfen!

Wir können natürlich nur für uns sprechen und die Ideale des Sozialismus. Wir werden auch in einer Phase des „illegalen“ Arbeitskampfes hinter Euch stehen. Wir rufen Euch nicht dazu auf Euren Kampf einzuschränken. Wir fordern Euch auf noch konsequenter zu kämpfen!

Und wir wollen Euch dabei bestmöglich helfen! Davon ab wünschen wir Euch alles Gute und hoffe das Ihr Euer Ziel erreicht. Lasst Euch nicht unterkriegen! Wir stehen an Eurer Seite!

Für die Revolution! Bis zum Kommunismus!
Rote Szene Hamburg ( RSH ) 22.01.2013