Archiv für Mai 2011

Antifaschistische Ausstellung im Eidelstedter Bürgerhaus

Seit dem 9.5. bis zum 31.5. konntet und könnt ihr im Eidelstedter Bürgerhaus eine Ausstellung zum „Neofaschismus in Deutschland“ besuchen, die von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. organisiert wird.

„In der Bundesrepublik werden Menschen beschimpft, bedroht, zu Tode getreten oder bei lebendigem Leibe verbrannt, weil sie als Fremde oder Andersdenkende gehasst werden – über 100 Todesopfer hat die neofaschistische Gewalt seit 1990 bereits gefordert. Geht hier die jahrelange Saat von Alt- und Neofaschisten auf? Können diese Ereignisse mit denen aus der NS-Zeit verglichen werden? Haben die Ausbreitung rassistischen Denkens und die daraus erwachsende Gewalt heute ganz andere Gründe als damals? Die Ausstellung will dazu beitragen, dass diese Bilder nicht auf Dauer zum deutschen Alltag gehören. Sie informiert über Ideologie und Praxis des Neofaschismus und benennt Ursachen für die Ausbreitung rassistischen, nationalistischen und militaristischen Denkens und Handelns.“

Die Ausstellung ist im Obergeschoss von Montag bis Freitag von 9:00 bis 18:00 Uhr zu besichtigen.

24.05.2011 | 19 Uhr | B5 | Veranstaltung zu Sigurd Debus

Sigurd Debus wurde als Mitglied einer bewaffneten Gruppe im Februar 1974 in Hamburg verhaftet. Ihm wurde vorgeworfen, an einem Sprengstoffanschlag gegen die Hamburger Innenbehörde sowie den Sitz des BDI in Köln beteiligt gewesen zu sein und er wurde dafür zu 12 Jahren Haft verurteilt. Sigurd war 6 Jahre in Isolationshaft, mit Ausnahme von sieben Monaten „Normalvollzug“, der von BND/Staatsschutzbehörden und Justiz veranlasst wurde, um mehrere VS-Leute an ihn heranzuführen („Celler Loch“). Er starb am 16. April 1981 im Kampf um bessere Haftbedingungen während eines Hungerstreiks in Hamburg. Seit dem 19. März wurde er gegen seinen Willen zwangsernährt.

Den Angriff auf das US-Hauptquartier Ramstein im Herbst 1981 führte ein „Kommando Sigurd Debus“ der RAF aus.

Erste Einschätzung der Geschehnisse am 1. Mai- Wochenende

Zunächst bewerten wir es als äußerst positiv, dass die revolutionäre 1. Mai Demo dieses Jahr mit 2500 Teilnehmenden startete und somit den Erfolg des letzten Jahres noch übertroffen hat. Die diesjährige Demonstration war von Beginn an als ein kämpferischer und entschlossener Auftritt geplant, mit dem wir unsere Wut auf die herrschenden Verhältnisse auf die Straße tragen wollten. Besonders der hohe Anteil an jungen Menschen, welche erstmals beginnen ihre Wut politisch zu artikulieren und verschiedenste Facetten des Kapitalismus in einen größerem Zusammenhang zu betrachten, bestärken uns in unserem Glauben an eine Intensivierung des Widerstands gegen den Kapitalismus.

Dass der Staat so etwas nicht gerne sieht und bemüht ist, diese Form des Protests mit allen möglichen Mittel einzuschränken, versteht sich von selbst. Das diesjährige Polizeiaufgebot, welche die Demonstration von Anfang einkesselte und die komplette Route über begleitete übertraf jedoch die schlimmsten Erwartungen. Offenbar war man seitens der Polizei bemüht, die Außenwirkung der Demonstration mittels dieses massiven Polizeiaufgebots so weit wie möglich zu reduzieren. Das Abfilmen der Teilnehmenden sowie Angriffe mit Schlagstöcken und Pfefferspray und das Festnehmen einzelner Teilnehmer sprechen in jedem Fall eine deutliche Sprache der Einschüchterung. (mehr…)