Wir wollen mehr…

…klassenkämpferisch und revolutionär!

Hier der Aufruf für den „Wir wollen mehr“-Block auf der Bildungsdemo am 3.6. um 10 Uhr am Besenbinderhof:

Anlässlich des Hamburger Bildungschaos, wird am 3. Juni eine Demonstration, getragen von der SchülerInnenkammer, der Linksjugend Solid, den Jusos, der Grünen Jugend, dem DGB und weiteren linksbürgerlichen Organisationen, gegen den geplanten Volksentscheid der Initiative „Wir wollen lernen“ um Walter Scheuerl stattfinden. Der Volksentscheid richtet sich gegen die Reformpläne des Hamburger Senats, die ein gemeinsames Lernen von Schulkindern bis zur 6. Klasse und die angebliche Abschaffung des Elternwahlrechtes vorsehen. Mit einer kalkulierten Mischung aus Panikmache und völlig haltlosen Behauptungen betrieben Scheuerl und Konsorten billige Propaganda um ihr soziales Bildungsprivileg in Form des Heiligtums Gymnasium zu retten.
Da uns das Bildungssystem als SchülerInnen, StudentInnen und Auszubildende direkt betrifft und einen wichtigen Teil in unserem Leben einnimmt, haben wir natürlich auch einen Standpunkt zur jetzigen Reform, den verschiedenen Initiativen und dem gesamten Bildungssystem im Kapitalismus.
Wir halten die aktuellen Reformpläne des Hamburger Senats für einen minimalen Fortschritt. Die Selektion von Schulkindern findet nun nicht mehr nach der vierten, sondern nach der sechsten Klasse statt und das Abitur kann auch auf den neuen Stadtteilschulen nach 13 Jahren bewältigt werden. Wir haben also kein grundlegendes Interesse diese Reform zu verhindern. Priorität, muss es also sein, die elitären und reaktionären Ziele von „Wir wollen lernen“ offen zu legen und ihren Volksentscheid zu verhindern. Dabei solidarisieren wir uns aber nicht mit der minimalen Bildungskosmetik der Schulreform, sondern wollen mehr…
…denn wir wollen mehr als sechs Jahre gemeinsames Lernen. Wir wollen eine Bildung, in der ihre eigentliche Bedeutung verwirklicht wird. Wir wollen uns selbstbestimmt und demokratisch bilden und nicht auf den Arbeitsmarkt und seine Mechanismen vorbereitet werden. Der Sinn dieser Verwertungslogik verändert sich weder durch vier, sechs oder zehn Jahre gemeinsames Lernen. Diese Logik kann nur abgeschafft und überwunden werden, wenn wir den Zustand zerschlagen, für den wir verwertbar gemacht werden sollen. Dieser Zustand ist der Kapitalismus. Die Schule vermittelt weiterhin die Denkweise, die durch den Arbeitgeber verlangt wird, damit die SchülerInnen der jeweiligen Funktion im System und in der Arbeitswelt gerecht werden. Der Profitzwang des Kapitalismus bestimmt nicht nur die Arbeitswelt, sondern eben auch unser Schul- und Bildungswesen. Diesen Zwängen kann man weder mit Reformen noch mit Volksentscheiden entgegenwirken, da sie systemabhängig und somit innerhalb dieses Systems nicht überwindbar sind.
Wir rufen dazu auf, am 3. Juni mehr zu fordern als das spätere und anders verpackte Selektieren, Konkurrieren und Verwertet werden. Wir fordern eine Bildung jenseits dieser Logik und jenseits des Kapitalismus.

Kommt zum „Wir wollen mehr“-Block auf der Demo am 3. Juni, 10 Uhr, Besenbinderhof (Hbf/ZOB)!