Archiv für Februar 2010

Spiel mir nicht das Lied vom Tod

Am Samstag, den 13. 03., findet in der Color Line Arena Hamburg die „Internationale Musikparade 2010 – Militär- und Blasmusik“ statt. Mehr als 400 Soldatinnen und Soldaten aus sieben Ländern werden bei diesem Großevent ihre „marschmusikalischen“ Fähigkeiten präsentieren. Die Bundeswehr will durch ihre Auftritte und Imagekampagnen sich im gesellschaftlichen Bewusstsein verankern und Sympathien in der Bevölkerung für die Kriegspolitik der Bundesregierung gewinnen. Militaristische Positionen dringen auf diese Weise zunehmend in alle Poren der Gesellschaft. Deutschlands Armee ist heute wieder aktiv an Kriegen in aller Welt beteiligt! Schon lange ist die deutsche Geschichte samt der damit verbundenen Menschheitsverbrechen kein Hindernis mehr für ein aggressives Auftreten Deutschlands auf dem internationalen Parkett. Dieser Politik stellen wir uns entgegen und zeigen gemeinsam, dass die Bundeswehr raus aus dem öffentlichen Leben gehört. Schlussendlich treten wir gemeinsam für die Entwaffnung der Bundeswehr und die Beseitigung des Kapitalismus ein. Denn Kapitalismus heißt Krieg und Krise und ein dauerhafter Frieden ist eben mit dem Kapitalismus nicht zu machen.

Kommt zur Kundgebung gegen die Internationale Militärmusikparade
Samstag [13.03.10] 13 Uhr * S-Stellingen

Weitere Infos: www.liedvomtod.blogsport.de

Haiti?!

Am 12. Januar 2010 erschütterte Haiti ein schweres Erdbeben. Nach Angaben der Regierung kamen durch das Beben vermutlich 200.000 Menschen ums Leben. 250.000 weitere Personen wurden verletzt und 1,5 Millionen obdachlos. Seit dieser schrecklichen Naturkatastrophe ist der öffentliche Blick von Medien, Regierungen und Bevölkerung auf das kleine Land der Insel Hispaniola gerichtet, das das Nachbarland der Dominikanischen Republik ist und südöstlich von Cuba liegt. Hilfsgüter werden auf die Insel gebracht um die Bevölkerung zu versorgen und Spenden zur Finanzierung dieser Versorgung werden zur Verfügung gestellt. Doch wie sah die politische Lage vor der Katastrophe aus und wie wird sie höchstwahrscheinlich danach wieder aussehen? (mehr…)

Update: Freispruch für Yunus und Rigo!

Am 28.01 wurde im Prozess gegen Yunus und Rigo nun das Urteil gesprochen. Über den Fall hatten wir bereits hier berichtet. Dass die beiden nun freigesprochen wurden freut uns natürlich, auch wenn der Prozess und die 7,5 monatige Untersuchungshaft ein Skandal bleiben!

Weitere Infos über die Geschehnissse während des Prozesses, den Freispruch und das weitere Vorgehen findet ihr iher: www.yunus-rigo-prozess.de

Veranstaltungsreihe „Arbeitskämpfe“ im März!

Die Wirtschaftskrise dominiert die Medien und ihre Folgen werden auch in Deutschland immer mehr spürbar. Einige große Firmen haben schon angekündigt, ihre Betriebe zu schließen und andere verlagern ihre Fabriken in Länder, die ihnen mehr Profit versprechen. Der Staat verschenkt Steuergelder an Konzerne und schränkt zugleich soziale Leistungen massiv ein. Während die Produktivität eines/r Arbeiters/in in Deutschland anderthalbmal höher ist als noch vor 20 Jahren, ist sein/ihr Realverdienst unter dem damaligen Niveau. Viele Arbeiter/innen werden gefeuert und als Leiharbeiter/innen wieder angestellt – natürlich unter schlechteren Arbeitsbedingungen und mit weniger Lohn. Letztlich gilt dann auch kein Kündigungsschutz mehr. Durch die unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnisse wird die Belegschaft in den Betrieben gespalten. Es stellt sich die Frage, was die Probleme der Leiharbeiter/innen die „Stammbelegschaft“ angehen würden? Letztlich geht das alle etwas an, denn zuerst treffen die Verschlechterungen die Leiharbeiter/Innen und später die anderen. So kann immer mehr Druck auf die Arbeiter/innen ausgeübt werden und die Arbeitgeber können ihre Interessen durch das Sähen von Ungleichheit besser durchsetzten. Spätestens in diesem Jahr wird deutlich, was mit der Agenda 2010 erreicht werden sollte: Durch die Senkung des Lebensstandards sollte mehr Angst und Druck auf die Werktätigen ausgeübt werden. Dies wurde u.a. durch Hartz IV, die Einführung der Leiharbeit in großem Maßstab, die Gesundheitsreform, die Rentenreform, die Mehrwertsteuererhöhung, Reallohnsenkungen und Studiengebühren erreicht. Wer noch Arbeit hat, muss sich immer mehr von „oben“ gefallen lassen. Wer keine mehr hat, wird in Armut gedrängt und als Sündenbock missbraucht. Für uns ist diese Entwicklung nicht hinnehmbar. Es stellen sich aber die Fragen, was wir dagegen tun und wie wir dagegen kämpfen können. Diese und andere Fragen wollen wir anhand der Erfahrungen aus verschiedenen betrieblichen Kämpfen diskutieren.

Mittwoch 10. März 19 Uhr:
Emmely arbeitete seit 31 Jahren für die Kaiser’s-Tengelmann AG. Sie organisierte trotz Einschüchterungsversuchen einen ver.di-Streik für höhere Löhne und gegen die Streichung von Schichtzulagen in ihrer Filiale. Wochen später wurde sie von Kaiser’s unter dem Vorwand des Verdachts, bei einem privaten Einkauf Pfandbons im Wert von 1,30 € falsch abgerechnet zu haben, fristlos entlassen. Dieser Fall soll konkret über betriebliche Kämpfe, linke Unterstützung und darüber, wie die Gewerkschaft agierte, aufklären.
Mit dem Film „Das Ende der Vertretung – Emmely und der Streik im Einzelhandel“ und aktuellen Infos von einem Unterstützer aus dem Berliner Solidaritätsbündnis wird eine geeignete Diskussions- und Informationsgrundlage geschaffen.

Mittwoch 17. März 19 Uhr:
Wir berichten vom Kampf gegen die Schließung der AEG in Nürnberg. Ein Kollege aus dem Unterstützungskollektiv stellt unter anderem das Buch „Wir bleiben hier. Dafür kämpfen wir!“ vor, in dem die Erfahrungen der AEG-Belegschaft vermittelt werden. Das Beispiel zeigt deutlich, welche Kraft entsteht, wenn ein spontaner, unkontrollierter Widerstand von Arbeiter/innen und eine entschlossene linke Intervention zusammenkommen. Die Einblicke und Erfahrungen der verschiedenen Unterstützungs- und Aktionsformen jenseits herkömmlicher Gewerkschaftsrituale können in diesem Rahmen für zukünftige Streiks und soziale Kämpfe von unten diskutiert werden.

Mittwoch 24. März 19 Uhr:
Wir zeigen einen Film über den Streik der SBB-Werkstätten in Bellizona (Schweiz). Die Direktion der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) gab die Privatisierung der Güterwagen und die Schließung der Lokomotivwerkstätten bekannt. 430 Arbeiter/innen der SBB Cargo traten in den Streik. Zehntausende solidarisierten sich und gingen in Bellinzona und Bern auf die Straße. In der Veranstaltung spielen die Fragen, wie die Linke eingebunden wurde und die Belegschaft den Kampf gewinnen konnte, eine wichtige Rolle.Wir wollen nach dem Film diskutieren, was wir aus dem erfolgreichen Streik in Bellizona lernen können und wie die Perspektiven einer langfristigen, überregionalen Solidaritätsbewegung aussehen.

Rote Szene Hamburg

Alle Termine finden im Internationalen Zentrum B5 (Brigittenstraße 5) statt!