Aufruf nach Dresden für Samstag den 13.2

Für den 13. Februar mobilisieren europaweit Neonazis zum größten Nazi-Aufmarsch in Europa jährlich. Anlass ist die Bombardierung Dresdens im zweiten Weltkrieg, was von den Nazis als „Bombenholocaust“ bezeichnet wird und somit eindeutig den Begriff „Holocaust“ (für ein einmaliges Ereignis, der Judenvernichtung durch die Nazis während des 2. Weltkriegs, auch Shoah genannt) verwäschern soll. Nicht nur durch die Aneignung und Verwendung von Sprache und Begriffen, sondern auch durch weitere geschichtsverdrehende Agitation soll der Holocaust relativiert werden. Einzelne alliierte Kriegsverbrechen im größten und schlimmsten Krieg der Menschheit werden zum Hauptbetrachtungspunkt, wenn Nazis sich mit Geschichte auseinander setzen. Dabei wird der Gesamtkontext ausgeblendet und durch die Fixierung auf dieses eine Thema, welches zusätzlich falsch dargestellt wird, ein vollkommen verzerrtes Bild der Geschichte vermittelt. Hiermit soll versucht werden die Verbrechen der Neonazis zu verharmlosen und auszublenden, um rechte Positionen salonfähig zu machen. Dies geschieht vor allem in der Leugnung, Relativierung und der Verharmlosung des Holocausts. Der industrialisierte Massenmord mit dem Ziel alle Juden Europas auszulöschen, der mehr als 6 Millionen Jüdinnen und Juden das Leben kostete und ihre Situation weltweit für immer prägte, soll am 13. Februar mit der Bombardierung Dresdens gleichgesetzt werden, bei der 18.000 bis 25.000 Menschen ums Leben kamen. Völlig außen vor gelassen wird, dass Deutschland die alleinige Kriegsschuld trägt, der Krieg von Deutschland aus heraus die gesamte Welt in Mitleidenschaft gezogen hat und Deutschland anfing zivile Einrichtungen und Städte zu bombardieren. Schon während des ersten Weltkriegs bombardierten deutsche Luftschiffe und Flugzeuge die Stadt London und auch im zweiten Weltkrieg gingen die Deutschen als erste massenhaft dazu über zivile Einrichtungen zu bombardieren (noch ein Beispiel: der Gebrauch von Giftgas als Waffe im Krieg wurde auch durch das deutsche Militär im ersten Weltkrieg überhaupt erst begonnen).
Dass die Bombardierung von Städten wie Dresden oder Hamburg grausam war, ist keine Frage. Doch diese Ereignisse dürfen nur im Zusammenhang des gesamten Weltkrieges und all den deutschen systematischen Verbrechen gesehen werden. Neonazis stellen bei der Bombardierung Dresdens die Bevölkerung der Stadt als unschuldige Opfer alliierter Grausamkeiten dar. Sie erwähnen nicht, dass diese Bevölkerung den Holocaust und den Krieg erst als MittäterInnen ermöglichte, blenden den gesamten historischen Kontext aus, der auch nach Ende der Naziherrschaft dazu gehört und versuchen neonazistische Verbrechen zu relativieren. Wer zivilen Opfern des Krieges gedenken will, darf in keinster Weise sich auf die deutsche Bevölkerung beschränken, sondern muss vor allem das Leiden der von den Nazis Verfolgten hervorheben und beachten, dass Deutschland als erstes dazu überging Städte zu bombardieren. Wir können weder MittäterInnen und Mittätern eine Träne hinterher weinen, noch Dresden losgelöst vom Gesamtkontext des von Deutschland propagierten „totalen Kriegs“ sehen. Und erst recht dürfen wir es Neonazis heut zu Tage nicht ermöglichen ihre Inhalte in irgend einer Weise zu propagieren. Hervorzuheben sei, dass das Stilisieren von Deutschen zu Opfern des Krieges in Deutschland auch weit durch „bürgerliche“ Kreise Konjunktur hat. Die Heimat- und Vertriebenenvereine sind da ein gutes Beispiel für die Pflegung großdeutscher Ambitionen und chauvinistischem Gedankengut. Eine Verantwortung am Nationalsozialismus, dem zweiten Weltkrieg und der Judenvernichtung soll hierdurch abgewiesen werden. Das werden wir nicht zulassen und werden somit am 13.2. in Dresden mit Genosinnen und Genossen aus ganz Europa gegen den Aufmarsch der Neonazis vorgehen. Dass die Polizei und der bürgerliche Staat den Nazis ihre Versammlung ermöglichen wird und wie so oft geschehen, gegen den antifaschistischen Widerstand dabei vorgehen wird, zeigt dass wir von diesem Staat nichts zu erwarten haben.

Am 13.02.2010 militant gegen die Nazis auf die Straße gehen!
Nie wieder Faschismus. Hinter dem Faschismus steht das Kapital, deswegen heißt der konsequenteste Antifaschismus Antikapitalismus.

No pasaran, kein Fussbreit den Faschisten, wir werden sie nicht freiwillig durchlassen, sondern versuchen ihren Aufmarsch zu einem Desaster zu machen.

Ärgerlich wird es, wenn wir heute hören, dass im Osten der BRD mehrere linke Räumlichkeiten von der Polizei durchsucht wurden und Plakate einkassiert wurden, die damit werben den Neonaziaufmasch zu blockieren, was laut Versammlungsrecht eine Ordnungswidrigkeit ist. Der Aufruf zu einer Blockade wird nun kriminalisiert und somit die gesamte antifaschistische Mobilisierung, die auf diese Blockade aus ist. Zahlen wir den Bullen ihre Dreistigkeiten heim.

Links zur Mobi, Anreise und den Durchsuchungen:

http://de.indymedia.org/2010/01/271197.shtml
http://www.dres den-nazifrei.de/
http://www.no-pasaran.mobi
http://dresden2010.hopto.org/
http://www.youtube.com/watch?v=hJLWphmOQw8
http://www.youtube.com/watch?v=bLlFVqL1DUQ
http://www.youtube.com/watch?v=QE2bKXOAvzs
http://www.youtube.com/watch?v=ougheK4qMds