Selbstverständnis

Wir, die Rote Szene Hamburg, haben uns zum Ziel gesetzt, linke revolutionäre Politik einer breiteren Masse von Jugendlichen in Hamburg zugänglich zu machen.
Grundlegend ist für uns hierbei, dass nur ein Zusammenspiel von Theorie und Praxis es auf die Dauer ermöglicht eine starke antikapitalistische Jugendbewegung aufzubauen und am Leben zu erhalten. Eine Politik, welche nur noch innerhalb der eigenen Subkultur praktiziert wird, wie es in weiten Teilen der Linken dieses Landes seit Jahren traurige Realität ist, lehnen wir dementsprechend ab. Unsere Zielgruppe sind Menschen, insbesondere Jugendliche wie wir es sind. Es gilt für uns, Jugendliche in ihren täglichen Konfrontationen mit Staat und Kapital zu unterstützen und uns gemeinsam gegen das, was Marx vor über 150 Jahren als „Kapitalismus“ bezeichnete, zu organisieren.

Gegen die Gesamtscheiße

Der Kapitalismus betrifft und beschränkt uns täglich, egal ob in der Schule oder sonst wo. Der Kapitalismus zeichnet sich durch seinen immer andauernden Zwang zur Profitsteigerung aus. Besonders Jugendlichen wiederfährt diese Tatsache in sämtlichen Bildungseinrichtungen besonders deutlich. Der einzige Grund, weshalb wir überhaupt in den zweifelhaften Genuss von Bildung kommen, ist, dass wir für die Arbeitswelt verwertbar gemacht werden sollen. Egal ob wir als Putzkraft oder Unternehmensberater enden sollen, es geht nur noch darum uns für den Kapitalismus brauchbar zu machen. Diese Tatsache führt dazu, dass viele Jugendliche keinen Bock mehr haben sich an ein System anzupassen, in dem nicht ihr eigenes Wohlergehen sondern ihr Nutzen für Arbeitsmarkt an erster Stelle stehen. Doch der Staat und die Gesellschaft, welche selbst ökonomischen Zwängen unterliegen, halten bereits ein ganzes Arsenal an Moralvorstellungen und Sanktionen bereit, um uns in unserer vom Kapitalismus vorgesehen Laufbahn zu halten. Egal ob Schulverweise, Anzeigen oder bloß Post vom Jugendamt, sobald Jugendliche sozial unruhig werden und anfangen sich zur Wehr zu setzen kommt Vater Staat ganz schön ins Schwitzen. Da dies jedoch unser erklärtes Ziel ist, soll RSH allen Jugendlichen, welche ihre Wut auf das System für konstruktive politische Arbeit nutzen wollen, eine Anlaufstelle bieten, da der Kampf für ein Leben außerhalb von Profitzwängen nur gemeinsam geführt und gewonnen werden kann.

Auch wenn in der Geschichte viele Fortschritte für die Menschen wie Lohnerhöhungen oder mehr Schülermitbestimmung teuer erkämpft wurden, so wird der Kern des Übels, nämlich die strikte Profitausrichtung dieses Systems niemals ernsthaft von oder gemeinsam mit irgendwelchen Autoritäten in Frage gestellt. Deswegen liegt es für uns auf der Hand, dass eine Abschaffung dieses Systems nicht über Parlamente und sonstige staatliche Instanzen, sonder nur über ein Aufbegehren der breiten Masse der Bevölkerung, also eine Revolution, erreicht werden kann.

Zwar kommt uns der Kapitalismus gelegentlich mit Lohnerhöhungen und Verbesserungen der Arbeits- und Lebensbedingungen entgegen, diese stehen jedoch in keinem Verhältnis zu den immer weiter steigenden Gewinne der Banken & Konzerne. Dass wir überhaupt einen Teil des Gewinnes erhalten dient nur dazu, das revolutionäre Potenzial in der Bevölkerung zu schwächen und uns ruhig zu halten. Daher bleibt die Revolution der einzige Ausweg, da der Reformismus uns lediglich mit einigen Verbesserungen abspeist, aber niemals zu einer Abschaffung dieses System führen kann und wird.

Alles Schwuchteln, Fotzen, Neger und Judenschweine?

Diese und ähnliche Wörter begegnen uns im Alltag besonders häufig. Egal ob in der Schule, im Sportverein oder beim Feiern. Für uns steht immer der Kampf gegen den Kapitalismus an erster Stelle, doch sind mit unserem Kampf einige andere Aktionsfelder untrennbar verbunden. Homophobie, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und in letzter Zeit besonders häufig Islamophobie sind in unserer Gesellschaft ein weitverbreitetes Problem. Egal ob sie durch Traditionen, Spießertum, Anpassungszwang oder durch den Kapitalismus selber bedingt sind, eines ist klar: Keine dieser Verhaltens- und Denkweisen steht im Einklang mit unserem Anspruch an eine emanzipierte und fortschrittliche Gesellschaft, in denen die Menschen gemeinsam für das Wohlergehen aller leben und arbeiten. Dementsprechend treten wir ihnen entschieden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln entgegen.

Hinter dem Faschismus steht das Kapital

Ein besonderes Aktionsfeld ist und bleibt der Antifaschismus. Faschismus war schon immer ein Werkzeug der Kapitalisten, um durch eine künstliche nationale Identität Menschen für ihre Interessen zu manipulieren und zu benutzen. Gerade in Deutschland, wo der Faschismus mit der Shoa das größte Verbrechen der Menschheit begegangen hat, ist es umso wichtiger, dass wir uns gegen jegliche nationalsozialistischen und faschistischen Tendenzen mit aller Gewalt zur Wehr setzen. Daher steht RSH nicht für eine stumpfe und verkürzte „Nazis sind doof“ Politik. Nur wenn wir dem Faschismus seine Grundlage, nämlich eine unsoziale Wohlstandsverteilung entziehen, können wir verhindern, dass etwas wie die Shoa jemals wieder geschehen kann. Der einzige konsequente Antifaschismus ist dementsprechend der Antikapitalismus.

Gemeinsam zum Ziel

Die Rote Szene Hamburg dient dazu, wie bereits eingangs erwähnt, Menschen inhaltlich dort abzuholen, wo sie sind. Unser Ziel ist es Jugendlichen zu vermitteln, dass nahezu jeder Missstand gegen den sie auf die Straße gehen und protestieren direkt oder indirekt auf den Kapitalismus zurückzuführen ist. Ganz egal ob Schulfrust, Ärger im Nebenjob, bürgerliche Moralvorstellungen oder einfach Frust über die immer steigenden Fahrkartenpreise im HVV. Wir wollen mit unseren Texten, Reden und sonstigen öffentlichen Auftritten genau diese Jugendlichen ansprechen. Wir halten es zudem für unabdingbar, uns selber mit Hilfe von Lesekreisen, Schulungen und regelmäßigen Diskussionen weiterzubilden, um uns das nötige theoretische Wissen anzueignen, ohne das ein wirklicher Kampf gegen den Kapitalismus und für eine befreite Gesellschaft nicht geführt werden kann. Durch die regelmäßige gemeinsame Teilnahme an Veranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen wird zudem ein solidarisches Zusammengehörigkeitsgefühl geschaffen, welches nicht nur viel Freude bereitet, sonder auch dazu dient uns gegenseitig in unserem alltäglichen Kämpfen zu stärken.

Wo stehen wir?

Auch wenn unseren Gruppe dazu dienen soll, den innerlinken Zirkel zu durchbrechen um Politik für die breite Masse zu betreiben, so stehen wir dennoch in regelmäßigem Kontakt zu anderen Gruppen der linken Szene. Schließlich sind viele Kampagnen und Projekte derzeit nur mit einer effektiven Bündnisarbeit überhaupt zu bewältigen. Wir arbeiten mit starkem Regionalbezug und bemühen uns Standardthemen der linken Szene auf konkrete Alltagssituationen zu beziehen bzw. die für uns entscheidenden Themen endlich zu einem Standardthema der Linken Szene zu machen. Langfristig streben wir nach einer städteübergreifenden Koordination mit anderen, regional arbeitenden Gruppen um unserem Widerstand die notwendige Logistik und Struktur zu verschaffen.

Wir sind nicht alle!

Ein immer präsentes Aktionsfeld bleibt die Antirepressionsarbeit. Egal ob staatliche Morde, Haftstrafen oder bloß Prozesskosten, in solchen Situationen versucht der Staat einzelne Genossen_innen mit Repression zu überziehen und ihren Widerstand zu brechen. Dementsprechend brauchen die Betroffenen in solchen Situationen unseren Solidarität mehr denn je. Egal ob Prozesse bezahlt werden müssen oder die Betroffenen auf andere Art und Weise Unterstützung benötigen, unsere Solidarität kennt keine Grenzen und Knastmauern!

Der Kampf um Befreiung ist international

Für uns spielt der gelebte Internationalismus und die grenzenübergreifende Solidarität eine entscheidende Rolle. Trotz allem Regionalbezug solidarisieren wir uns mit allen fortschrittlichen, antikapitalistischen Bewegungen weltweit und bemühen uns die Genoss_innen dementsprechend zu unterstützen.

Wer sich durch unser Selbstverständnis nun zu einer Mit- oder Zusammenarbeit ermutigt fühlt ist herzlich eingeladen sich mit uns in Verbindung zu setzen. Wir sind entweder auf den üblichen Veranstaltungen, welche wir auf unserem Blog ankündigen präsent oder können alternativ auch über unsere E-Mailadresse kontaktiert werden. Da wir eine recht junge Gruppe ohne weitreichende Erfahrung sind gibt es immer eine Vielzahl von Möglichkeiten sich aktiv zu beteiligen und mitzugestalten!

Diskutieren, Agitieren, Eskalieren – Keine Alternative zur Revolution!

Rote Szene Hamburg