„Wir vergessen nicht!“ 20. Todestag der Antifaschistin Conny Wessmann

Am 17.11. 1989 versammelte sich in der Innenstadt Göttingens eine Gruppe von Neonazis um gemeinsam Linke, Migrant_innen oder andere Personen, welche nicht in ihr menschenverachtendes Weltbild passen, zu attackieren oder einzuschüchtern. Da es schon vor dem 17.11 mehrere Übergriffe dieser Art gegen hatte, bestand jedoch mittlerweile eine effektive Verteidigungsstruktur, organisiert von örtlichen autonomen Antifaschisten. Sobald Neonazis in der Öffentlichkeit gesichtet wurden dauerte es nicht lange bis aktive Antifaschist_innen diese militant vertrieben. Oftmals wurden dann, wie auch am 17.111989, die Neonazis unter Polizeischutz aus der Innenstadt eskortiert. Die Bullen ließen es sich jedoch an diesem Tag, nachdem die Faschisten bereits weg waren, nicht nehmen noch eine Hetzjagd auf die verbleidenden Antifaschist_innen zu starten. Die örtlichen Polizeibehörde, insbesondere das „Zivile Streifekommando“ (ZSK), lieferten sich bereits seit längerem einen Kleinkrieg mit der Autonomenszene Göttingens. Dies zeigt der entsprechende Funkspruch im Polizeifunk am 17.11.1989 um ca. 21.10 Uhr: „Ich würde sagen, wenn wir genug Leute sind, sollten wir sie ruhig mal plattmachen“. Im Lauf dieser Hetzjagd wurde auch die Gruppe in der Conny Wessmann unterwegs war von den Bullen angegriffen und gejagt. Dabei jagten die Polizei Conny Wessmann in den fließenden Verkehr der stark befahrenen Weender Landstraße, wo sie von einem fahrenden Auto erfasst wurde und starb.


Ein gewöhnlicher Verkehrsunfall?

Sowohl die beteiligten Bullen als auch der Fahrer des Autos welches Conny Wesssman erfasste wurde im Rahmen der offiziellen Untersuchung des Vorfalls von jeder Schuld freigesprochen worden. Politik und Polizeiapparat bemühten sich seitdem das Geschehene als Verkehrsunfall zu verklären. Für uns ist jedoch klar, dass das Vorgehen der Polizei an diesem Tag einem Mord in Nichts nachsteht. Dieser Mord verdeutlicht auf besonders brutale Art und Weise, wie die Staatsapparate reagieren, wenn Menschen aktiv ihren Unmut über diesen Staat und seine Auswüchse auf die Straße tragen. Solange Menschen aktiv gegen Faschisten vorgehen und dabei auch das Wesen dieses kapitalistischen Staates in Frage stellen, wird der Staat vor keinen Mitteln zurückschrecken um diesen, also unseren, Widerstand zum schweigen zu bringe. Daher besteht unser Gedenken an die ermordete Conny Wessmann nicht aus Lichterketten und Trauerkundgebungen, sondern in einem umso aktiveren Widerstand gegen Faschismus, Ausbeutung und Unterdrückung!
Conny gedenken heißt für uns: Kampf diesem System!

Aus diesem Grund ruft die Rote Szene Hamburg zur Teilnahme an der Demonstration unter dem Motto „Kein Vergeben, Kein Vergessen“ am Samstag, den 14.11 auf!

Eine Mobilisierungsveranstaltung, bei der auch einige der damals beteiligten Antifaschist_innen anwesend sein werden findet am Freitag, den 6.11 um 19 Uhr im internationalen Zentrum B5 (Brigittenstraße 5) statt.

Kommt alle zur Demo!

Demo „Kein Vergeben, kein Vergessen!“ zum Tod von Conny Wessmann am 14. November 2009 um 15 Uhr in Göttingen (Markt/Gänseliesel)

Anreiseinfo:
Anreise aus Hamburg: 10:57 Uhr, Hamburg Hbf, Gleis 12a/b / Treffen: 10:35 am Gleis 12a/b